Aktuelles aus der Präventionsarbeit

Präventionsprogramm auch für Flüchtlinge

Karl-Heinz Stahl referierte vor Diözesaner Arbeitsgemeinschaft "Flucht und Flüchtlinge"

Paderborn, 15. Februar 2018. Fehlende Privatsphäre und strukturelle Konflikte sorgen dafür, dass Flüchtlingsunterkünfte möglicherweise ein erhöhtes Risiko besitzen, zum Tatort sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen zu werden. In der Präventionsordnung zur Vorbeugung von sexuellem Missbrauch hat das Erzbistum Paderborn schon seit geraumer Zeit darauf reagiert, und besondere Maßnahmen und Schulungen im Bereich ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe entwickelt.

Karl-Heinz Stahl, der Präventionsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, stellte dieser Tage der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft (DiAG) „Flucht und Flüchtlinge“ bei der Arbeitstagung im Caritasverband des Erzbistums das Schulungsmodul „Prävention vor sexueller Gewalt bei der Unterbringung von Flüchtlingen“ vor. Damit kann für Träger von Einrichtungen und deren ehrenamtlich Mitarbeitenden ein passgenaues Schutzkonzept erarbeitet werden, idealerweise auf der Basis kultursensibler Ansätze.

Flüchtlinge verlieren nahezu alle Netzwerke, die Schutz und Sicherheit gewährleisten, also Familie, Freundeskreise und ggf. die Nähe zu einflussreichen Persönlichkeiten in ihrer Region. Viele Qualifikationen werden entwertet, sogar die eigene Sprache, die kaum noch jemand im Ankunftsland spricht. Und wer die Sprache eines Landes nicht spricht, kann sich gegen Übergriffe schlechter zur Wehr setzen. Die mögliche Verletzlichkeit nimmt zu.

Durch die Präventionsarbeit im Erzbistum Paderborn soll das Personal in Flüchtlingsunterkünften sensibilisiert und geschult werden. Zugleich gib die Checkliste des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) wertvolle Tipps für Vorsorgemaßnahmen. Abschließbare Toiletten, geschlechtergetrennte Duschen, separate Unterbringung von alleinstehenden Müttern gehören ebenso dazu wie Hilfsangebote für Sprache, Aufstellung eines Notfallplans einschließlich Sprachmittlern und die Kooperation mit einer Beratungsstelle.