Aktuelles aus der Präventionsarbeit

Neue Impulse für die Entwicklung von Schutzkonzepten

Fachtag der Koordinationsstelle Prävention von sexueller Gewalt mit hochkarätigen Referenten

Sprachen über ihre Erfahrungen mit institutionellen Schutzkonzepten: Pfarrer Carsten Adolfs, Christoph Stork und Marion Nolden (v.l.).pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 2. März 2018. „Ich blicke auf bereichernde Impulse zurück und freue mich, wie sich das Konzept und die Ideen der Prävention gegen sexualisierte Gewalt in der Fläche des Erzbistums Paderborn verbreiten“, fasste Karl-Heinz Stahl, Präventionsbeauftrager des Erzbistums Paderborn, den Fachtag „Prävention ist mehr als Improvisation“  zusammen. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer berieten auf Einladung des Erzbistums Paderborn in der Kommende Dortmund über eine „neue Kultur des achtsamen Miteinanders“.

Eine sichtbare Haltung entwickeln sowie Wissen und Sensibilität aneignen, seien die Voraussetzungen um sexuellem Missbrauch vorbeugen zu können, machten die Teilnehmer des Fachtags aus. Die Eingangsreferate von Brigitte Braun (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln) und Julia von Weiler (Leiterin von Innocence in Danger Deutschland e.v.) sensibilisierten die Zuhörerschaft, die sich aus Trägervertretern, Präventionsfachkräften, Schulungsreferentinnen und -referenten, Begleitenden von Schutzkonzeptprozessen und Fachreferenten aus der Jugendhilfe zusammensetzte.

Julia von Weiler referierte über die Relevanz der sozialen Medien im Kontext sexualisierter Gewalt.pdp/ Ronald Pfaff Beinahe alle Hände gingen nach oben, als Moderation Jutta Loke zum Abschluss des Fachtags die Frage stellte, wer denn heute etwas gehört habe, was bis heute noch unbekannt gewesen sei. Eine Bestätigung für die Koordinationsstelle Prävention von sexualisierter Gewalt im Erzbistum Paderborn, die richtigen Referenten eingeladen zu haben. „Ich merke auch, dass ein Tatendrang bei den Teilnehmenden entstanden ist, zügig etwas zu entwickeln. Durch die Impulse hier konnten sie einiges an Unterstützung erfahren“, sagte Karl-Heinz Stahl.

Es braucht institutionelle Schutzkonzepte, die individuelle und strukturelle Bemühungen zum Schutz der anvertrauten Menschen in den Mittelpunkt stellen. Wie Schutzkonzepte entwickelt werden können, stellten Marion Nolden, Pfarrer Carsten Adolfs und Christoph Stork gemeinsam mit Brigitte Braun und Julia von Weiler in Workshops vor. „Vernetzen und einfach mal anfangen“, brachte es Marion Nolden (Präventionsfachkraft, KiTa Elspe) in ihrer Zusammenfassung auf den Punkt. Mitarbeiter finden, Verantwortlichkeiten und Auftrag klären, seien Grundvoraussetzungen für einen guten Start in Schutzkonzepte. Viele Jugendverbände und die KiTas seien gute Partner, um Rat einzuholen.

Brigitte Braun - hier im Gespräch mit Moderatorin Jutta Loke - forderte: "Es braucht eine sichtbare Haltung".pdp/ Ronald Pfaff „Für mich war es ein wichtiger Tag, um über Haltungen zu reflektieren und Impulse für die Arbeit der Präventionsarbeit zu erhalten. Durch die Impulse ist der Blick geweitet. Unter bestimmten neuen Fragestellungen kann nun auch die Arbeit neu beleuchtet werden“, so Werner Isermann (Schulungsreferent und Coach). Katharina Levening (Gemeindereferentin aus Kamen-Kaiserau) war beeindruckt von den Fachbeiträgen über sexualisierte Gewalt in sozialen Medien. „Darüber war ich bisher wenig informiert. Jetzt ist mein Bewusstsein und Blick geschärft für die Themen der Jugend.“ Auch sei ihr kaum bewusst gewesen, dass sich Jugendliche an „Likes bei Selfies“ definieren, wenn es um Anerkennung und Wertschätzung gehe.

Mit neuen Einblicken zu Gefahrenfeldern der sexualisierten Gewalt und Möglichkeiten der Prävention zum Schutz der Kinder und Jugendlichen kehrt Pfarrer Rainer Stahlhacke (Geseke) zurück. „Ich habe viel gelernt, vor allem über Social Media“, berichtete Pfarrer Friedhelm Rüsche (Hilchenbach). Zugleich habe er viele Alltäglichkeiten entdeckt und wie man diesen begegnen sollte. „Jetzt werden wir das Schutzkonzept im Pastoralen Raum angehen.“